{"id":752,"date":"2017-11-23T10:00:36","date_gmt":"2017-11-23T09:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/bosablog.pralle-sonne.de\/?p=752"},"modified":"2020-05-18T16:58:59","modified_gmt":"2020-05-18T14:58:59","slug":"im-interview-dr-sandra-von-moeller-geschaeftsfuehrerin-baero-gmbh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bosa-nova.com\/wirmachendiewelle\/2017\/11\/23\/im-interview-dr-sandra-von-moeller-geschaeftsfuehrerin-baero-gmbh\/","title":{"rendered":"IM INTERVIEW: DR. SANDRA VON M\u00d6LLER, GESCH\u00c4FTSF\u00dcHRERIN B\u00c4RO GMBH"},"content":{"rendered":"<p class=\"intro\"><em>In unserer Interviewreihe stellen wir Kooperationspartner und Menschen aus unserem Netzwerk vor, die mit uns die Welle machen. Diesmal: Dr. Sandra von M\u00f6ller, sozial engagierte Unternehmerin, Vize-Pr\u00e4sidentin der IHK K\u00f6ln und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.<\/em><br \/>\n<span id=\"more-2149\"><\/span><\/p>\n<h2>BOSANOVA UND DR. SANDRA VON M\u00d6LLER \u2013 WIR MACHEN DIE WELLE \u2013 SICHTBAR, SOZIAL, ENGAGIERT<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>BOSANOVA-Redaktion:<\/strong><\/em> Sabrina, Dr. Sandra von M\u00f6ller und Du, ihr kennt euch aus dem Umfeld der IHK in K\u00f6ln. Wie war eure erste Begegnung und wie kam es zum Kennenlernen?<\/p>\n<p><strong>Sabrina Stremmel:\u00a0<\/strong>Wir haben uns an einem Networking-Abend in K\u00f6ln kennengelernt. Da ich dort kurz einen Einblick in die <a href=\"https:\/\/wirmachendiewelle.com\/2016\/04\/wirmachendiewelle-das-bosanova-team-rockt\/\">BOSANOVA-Welt<\/a> geben durfte, wurde Frau von M\u00f6llers Interesse geweckt und ein pers\u00f6nlicher Austausch war schnell gegeben. Uns wurde schnell klar, dass wir gemeinsam in der Wirtschaft als <a href=\"https:\/\/wirmachendiewelle.com\/2016\/06\/interview-mit-sabrina-stremmel-sichtbarkeit-in-der-eventbranche-was-heisst-das-fuer-mich\/\">Frauen an der Spitze<\/a> \u00e4hnliche Einstellungen und Sichtweisen haben. Ihre Arbeit und Engagement sind zudem ein sehr interessantes Feld! Weitere gemeinsame Abende im Rahmen einer Ausstellung u.\u00e4. folgten und ich freue mich immer sehr auf ein Gespr\u00e4ch! Wer wei\u00df was das spannende Jahr 2018 noch alles bereit h\u00e4lt \ud83d\ude09<\/p>\n<p><em><strong>BOSANOVA-Redaktion:<\/strong><\/em> Frau von M\u00f6ller, Sie sind seit 8 Jahren gemeinsam mit Ihrem Ehemann in der <a href=\"http:\/\/www.baero.com\/de\/retail-lighting\/unternehmen\/\">Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der B\u00c4RO GmbH &amp; CO. KG in Leichlingen<\/a>, einem mittelst\u00e4ndischen Unternehmen f\u00fcr Lichttechnik im Einzelhandel und Luftreinigungstechnologien im Bereich Lebensmittel &amp; Gastronomie t\u00e4tig. Aber das ist nur EIN Aspekt dessen, wie Sie \u00f6ffentlich wahrgenommen werden. Gleichzeitig sind Sie als Unternehmen, aber besonders auch als Unternehmerin sozial sehr engagiert und treten f\u00fcr Vielfalt, Gleichberechtigung und soziale Verantwortung ein. Ihr Unternehmen hat die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Was bedeutet dies f\u00fcr Sie und Ihr Unternehmen?<\/p>\n<p><strong>Sandra von M\u00f6ller: <\/strong>Als Unterzeichner der \u201eCharta der Vielfalt\u201c wollen wir ein Arbeitsumfeld frei von Vorurteilen schaffen. Wir begreifen Diversit\u00e4t in erster Linie als Chance. B\u00c4RO setzt sich deswegen vorbehaltslos f\u00fcr eine vielf\u00e4ltige und offene Unternehmenskultur ein. Dabei steht die Wertsch\u00e4tzung gegen\u00fcber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Fokus. Ganz unabh\u00e4ngig von Geschlecht, Nationalit\u00e4t, ethnischer Herkunft, Religion und Weltanschauung sowie Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identit\u00e4t. Dies ist uns ein ganz besonderes Anliegen. Insofern ist es f\u00fcr uns auch selbstverst\u00e4ndlich, zum Beispiel Fl\u00fcchtlingen ein Praktikum oder eine Ausbildung in unserem Unternehmen anzubieten.<\/p>\n<div id=\"attachment_2187\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-2187\" src=\"https:\/\/wirmachendiewelle.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/BMAS170321_180_v2.jpeg\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" srcset=\"https:\/\/wirmachendiewelle.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/BMAS170321_180_v2.jpeg 640w, https:\/\/wirmachendiewelle.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/BMAS170321_180_v2-300x198.jpeg 300w\" alt=\"Bundesverdienstkreuz f\u00fcr Dr. Sandra von M\u00f6ller\" width=\"640\" height=\"422\" aria-describedby=\"caption-attachment-2187\" \/><\/p>\n<h6 id=\"caption-attachment-2187\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Sandra von M\u00f6ller mit Bundesministerin f\u00fcr Arbeit und Soziales, Andrea Nahles bei der Ehrung: Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz. Foto: \u00a9 Sandra von M\u00f6ller<\/h6>\n<\/div>\n<p><em><strong>BOSANOVA-Redaktion:<\/strong> <\/em>Neben Ihrem unternehmerischen Engagement (u.a. im Rahmen der nationalen Integrations-Initiative der deutschen Wirtschaft \u201eWir zusammen\u201c) haben Sie vor 14 Jahren selbst den gemeinn\u00fctzigen Verein KIDsmiling gegr\u00fcndet, den Sie selbst auch mit Ihrem Unternehmen unterst\u00fctzen. Daf\u00fcr wurden Sie im M\u00e4rz diesen Jahres auch mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Was macht der Verein und wie kam es zu dieser besonderen Auszeichnung?<\/p>\n<p><strong>Sandra von M\u00f6ller:<\/strong> <a href=\"http:\/\/kidsmiling.de\/\">KIDsmiling<\/a> f\u00f6rdert M\u00e4dchen und Jungen im Alter von 6 bis 18 Jahren, die in sozial benachteiligten Verh\u00e4ltnissen aufwachsen. Der Verein bietet gezielt Projekte in den Bereichen Sport, Kultur und Bildung an, die den Problemen der wachsenden Kinderarmut und der damit einhergehenden Perspektivlosigkeit begegnen. Im Mittelpunkt der Vereinst\u00e4tigkeit steht das <a href=\"http:\/\/kidsmiling.de\/fussballprojekt\">KIDsmiling-Fu\u00dfballprojekt<\/a>, welches wir im Mai 2007 in K\u00f6ln gestartet haben und mit dem wir mittlerweile jede Woche an 26 Standorten in K\u00f6ln, D\u00fcsseldorf, Leverkusen und Bonn \u00fcber 500 Kinder und Jugendliche erreichen.<br \/>\nDie Idee war es, ein kostenloses Fu\u00dfballtraining in jenen sozial belasteten Stadtteilen anzubieten, in denen Kinder und Jugendliche keine Anbindung an Vereine haben und h\u00e4ufig mit Alkohol, Drogen, Kriminalit\u00e4t und Gewalt konfrontiert sind. Bis heute ist es uns gelungen, das Fu\u00dfballtraining zu einem etablierten Freizeitangebot zu entwickeln. Erfahrene und p\u00e4dagogisch geschulte Trainerinnen und Trainer leiten die \u00dcbungsstunden. Sie gehen sensibel und professionell mit den Bed\u00fcrfnissen der Kinder und Jugendlichen um und sind dar\u00fcber hinaus Vorbild und Ansprechpartner.<br \/>\nBesonders wichtig ist uns dabei, die Kinder und Jugendlichen in ihrer Selbstmotivation zu st\u00e4rken und ihnen Perspektiven f\u00fcr ihre Zukunft aufzuzeigen. Sie lernen nicht nur Fairness und Teamgeist, sondern erleben auch, dass man durch Ehrgeiz und Disziplin \u00fcber sich hinauswachsen kann. Des Weiteren bieten wir seit Herbst 2012 angesichts der Ankunft vieler Gefl\u00fcchteter in und um K\u00f6ln auch gezielt offene und kostenlose Fu\u00dfballtrainings f\u00fcr Kinder und Jugendliche mit Fl\u00fcchtlingshintergrund an.<br \/>\nErg\u00e4nzt wird dieses Angebot durch organisierte Fu\u00dfballturniere, Koch-Workshops und Berufsorientierungsveranstaltungen. Ich f\u00fchle mich nat\u00fcrlich sehr geehrt, dass ich f\u00fcr meine Arbeit f\u00fcr KIDsmiling mit der h\u00f6chsten Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde, insbesondere weil der Vorschlag hierf\u00fcr aus dem Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales kam.<\/p>\n<p><em><strong>BOSANOVA-Redaktion:<\/strong> <\/em>Das Thema Gleichberechtigung gerade im beruflichen Kontext ist ebenfalls eines, mit dem Sie in der \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen werden. Bereits vor 4 Jahren forderten Sie in einem Interview mit dem K\u00f6lner Stadtanzeiger: \u201eWir brauchen die Quote!\u201c um mehr Frauen in F\u00fchrungspositionen zu bef\u00f6rdern. Hat sich Ihrer Ansicht nach in den letzten Jahren bereits Positives bewegen lassen? Wie sorgen Sie im eigenen Unternehmen f\u00fcr das Durchsto\u00dfen der gl\u00e4sernen Decke?<\/p>\n<p><strong>Sandra von M\u00f6ller:\u00a0<\/strong>Leider hat sich in den letzten Jahren nicht viel bewegt. Lediglich der Anteil von Frauen in Aufsichtsr\u00e4ten ist aufgrund der im Mai 2015 eingef\u00fchrten Frauenquote auf 27,5% gestiegen \u2013 erf\u00fcllt damit aber nicht die Vorgabe von 30%. Vor allem aber stagniert der Anteil von Frauen bei den wichtigeren Vorstandsposten seit Jahren bei unter 7%. Das zeigt, dass eine freiwillige Quote keine Ver\u00e4nderung bringt. Insofern bleibe ich bei meiner Forderung nach einer Frauenquote f\u00fcr Vorst\u00e4nde. Im \u00dcbrigen kann ich das h\u00e4ufige Argument, man wolle doch keine Quotenfrau sein, nicht nachvollziehen. Ob \u2013 bei entsprechender Qualifikation \u2013 eine bestimmte Position aufgrund von Beziehungen, Parteibuch oder eben Quote erreicht wird, ist doch unwichtig: Hauptsache man bekommt die Chance zu beweisen, dass man diese hervorragend ausf\u00fcllen kann. Zudem bin ich davon \u00fcberzeugt, dass die Einf\u00fchrung einer Frauenquote dazu f\u00fchren wird, dass die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Vereinbarkeit von Familie und Karriere, die in Deutschland im Vergleich zu anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern schlecht sind, schnell ver\u00e4ndert werden. Hierzu geh\u00f6ren ausreichende und zeitlich flexible KiTa-Pl\u00e4tze, qualifizierte Ganztagsschulen und die vollst\u00e4ndige Abzugsf\u00e4higkeit von Kinderbetreuungskosten als Werbungskosten beziehungsweise Betriebsausgaben.<\/p>\n<p>Bei B\u00c4RO bem\u00fchen wir uns um individuelle, auf die Bed\u00fcrfnisse der jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angepasste L\u00f6sungen. Dies beinhaltet zum Beispiel Regelungen zur Teilzeitarbeit f\u00fcr M\u00fctter und V\u00e4ter. Au\u00dferdem ist es f\u00fcr uns selbstverst\u00e4ndlich, dass V\u00e4ter in Elternzeit gehen. Dar\u00fcber hinaus ermutigen und unterst\u00fctzen wir junge Mitarbeiterinnen ausdr\u00fccklich, ihre eigene Karriere zu planen.<\/p>\n<div id=\"attachment_2188\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-2188\" src=\"https:\/\/wirmachendiewelle.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/MG_0718.jpeg\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" srcset=\"https:\/\/wirmachendiewelle.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/MG_0718.jpeg 640w, https:\/\/wirmachendiewelle.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/MG_0718-300x200.jpeg 300w, https:\/\/wirmachendiewelle.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/MG_0718-373x248.jpeg 373w\" alt=\"IHK Frauen Business Tag, Dr. Sandra von M\u00f6ller bei der Keynote\" width=\"640\" height=\"427\" aria-describedby=\"caption-attachment-2188\" \/><\/p>\n<h6 id=\"caption-attachment-2188\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Sandra von M\u00f6ller \u2013 Vize-Pr\u00e4sidentin der IHK K\u00f6ln \u2013 beim IHK Frauen Business Tag. Foto: \u00a9 Sandra von M\u00f6ller<\/h6>\n<\/div>\n<p><em><strong>BOSANOVA-Redaktion<\/strong><\/em>: Seit \u00fcber zwei Jahren sind Sie Vize-Pr\u00e4sidentin der IHK in K\u00f6ln. Damit auch Schirmherrin f\u00fcr den IHK Frauen Business Tag, der dieses Jahr als Konferenz f\u00fcr Frauen in Fach- und F\u00fchrungspositionen ausgerichtet wurde. Welche Formate bietet die IHK an, um bei den Unternehmen der Region f\u00fcr mehr Frauen in F\u00fchrungspositionen zu werben? Was l\u00e4sst sich Ihrer Meinung nach noch tun, um f\u00fcr mehr Vielfalt in der Unternehmensf\u00fchrung und -kultur zu sorgen?<\/p>\n<p><strong>Sandra von M\u00f6ller: <\/strong>Die gr\u00f6\u00dfte Chance f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung von bestehenden Unternehmensstrukturen sehe ich im regelm\u00e4\u00dfigen und produktiven Austausch mit Unternehmerinnen und Unternehmern. Die IHK bietet hierf\u00fcr die richtigen Plattformen wie beispielsweise das Netzwerk \u201e<a href=\"https:\/\/www.ihk-business-women.de\/\">Business Women Cologne\u201c<\/a>, f\u00fcr das ich die Schirmherrschaft \u00fcbernommen habe. Hier werden Themen rund um \u201eFrauen und Wirtschaft\u201c im Bezirk der IHK K\u00f6ln aufgegriffen und diskutiert \u2013 \u00e4hnlich wie beim Frauen-Business-Tag. Zudem halte ich regelm\u00e4\u00dfig Vortr\u00e4ge zum Thema Fachkr\u00e4ftesicherung durch Diversity und organisiere mit der IHK Informationsveranstaltungen zur Integration von Fl\u00fcchtlingen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt.<br \/>\nIch habe die Erfahrung gemacht, dass die Unternehmen sehr motiviert sind, es aber beispielsweise bei der Einstellung von Fl\u00fcchtlingen nach wie vor gro\u00dfe rechtliche Unsicherheiten gibt. Hier ist die Politik dringend gefragt f\u00fcr die entsprechenden Rahmenbedingungen zu sorgen und die Unternehmen zu informieren.<\/p>\n<p><em><strong>BOSANOVA-Redaktion:<\/strong><\/em> Es hei\u00dft oft, der digitale Wandel biete gerade f\u00fcr Frauen vielf\u00e4ltige Chancen aus eingefahrenen Arbeitszeitmodellen auszubrechen und auch F\u00fchrungsverantwortung in Teilzeit oder flexibel in Absprache mit Team und Unternehmensleitung zu \u00fcbernehmen. Wo stehen deutsche Unternehmen da aktuell und was sollte Ihrer Ansicht nach in naher Zukunft als erstes umgesetzt werden?<\/p>\n<p><strong>Sandra von M\u00f6ller:<\/strong> Der digitale Wandel er\u00f6ffnet neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr flexiblere Arbeitszeitmodelle, die bereits von vielen Unternehmen erdacht und umgesetzt werden. Dadurch ist es f\u00fcr Frauen sicher einfacher, Familie und Karriere zu vereinbaren. Allerdings darf nicht untersch\u00e4tzt werden, dass das Arbeiten aus dem Homeoffice ebenfalls voraussetzt, dass die Kinder zwischenzeitlich betreut sind. Hier m\u00fcssen St\u00e4dte und Unternehmen aufeinander zugehen und passende L\u00f6sungen finden. In NRW liegt die Betreuungsquote f\u00fcr Kinder unter drei Jahren bei knapp 26%, obwohl ab dem ersten Lebensjahr des Kindes ein Rechtsanspruch auf einen KITA-Platz besteht. Das hat zur Folge, dass viele qualifizierte Frauen nach einem Jahr Elternzeit gerne wieder in den Beruf zur\u00fcckkehren wollen, mangels KITA-Platz aber nicht k\u00f6nnen. Deshalb habe ich mit der IHK und der Stadt K\u00f6ln eine Kita-Initiative in Leben gerufen, um eine Verbesserung der Betreuungssituation zu erreichen. Das l\u00f6st allerdings nicht die Probleme, die mit Schulbeginn auftreten, da es an qualitativ guten Ganztagsschulen mangelt.<\/p>\n<p>Die Politik muss erkennen, dass der Aufbau einer umfassenden Betreuungsinfrastruktur f\u00fcr den Wirtschaftsstandort Deutschland ein ma\u00dfgeblicher Faktor ist. Im \u00dcbrigen ist das nat\u00fcrlich auch ein Wettbewerbsvorteil der Bundesl\u00e4nder und der Kommunen untereinander und ich hoffe sehr, dass die neue Landesregierung diesen Impuls aufgreifen wird.<br \/>\nIch sehe daher im digitalen Wandel sehr viele Chancen f\u00fcr Frauen, die ergriffen werden k\u00f6nnen, wenn die Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden.<\/p>\n<p><em><strong>BOSANOVA-Redaktion:<\/strong> <\/em>Sie sind selbst Mutter dreier Kinder. Wie oft werden Sie in Interviews gefragt, wie Sie das \u00fcberhaupt schaffen und wie oft im Vergleich dazu Ihr Ehemann?<\/p>\n<p><strong>Sandra von M\u00f6ller:<\/strong> Ich glaube kaum, dass mein Ehemann \u00fcberhaupt gefragt wird, wie er all seine Vorhaben schafft. Eben dies zeigt jedoch, wie unsere Gesellschaft mit Vorurteilen umgeht. Ich m\u00f6chte Frauen dazu auffordern, mutig und selbstbewusst in die Zukunft zu gehen und ihre Visionen eines gelungenen Lebens zu verwirklichen. Dies betrifft die Karriere ebenso wie die Familienplanung. Zugleich bedeutet dieses Ziel der Gleichberichtigung jedoch auch, dass Frauen und M\u00e4nner gleichauf sind. Meiner Meinung nach ist der Weg zu dieser Auffassung jedoch noch ein langer, so dass es umso wichtiger ist, dass Frauen Courage zeigen und auch mal in unbekannte Bereiche vordringen, die vielleicht auf den ersten Blick zu \u201atechnisch\u2019 oder zu m\u00e4nnerdominiert wirken.<\/p>\n<p><em><strong>BOSANOVA-Redaktion:<\/strong><\/em> Wenn Ihnen eine gute Fee eine einj\u00e4hrige Auszeit bescheren w\u00fcrde \u2013 egal ob beruflich oder privat \u2013 womit w\u00fcrden Sie diese Zeit am liebsten verbringen bzw. welches Projekt w\u00fcrden Sie dabei ansto\u00dfen wollen? Gibt es noch Unerf\u00fclltes, das Sie auf den Weg bringen wollen?<\/p>\n<p><strong>Sandra von M\u00f6ller:<\/strong> Eine einj\u00e4hrige Auszeit w\u00fcrde ich nutzen, um zusammen mit meinem Mann und unseren Kindern die Welt zu bereisen, da das Kennenlernen anderer Kulturen und Lebensstandards den eigenen Horizont erweitert und vieles relativiert. Daf\u00fcr m\u00fcsste die gute Fee nat\u00fcrlich auch meinem Mann und den Kindern eine Auszeit schenken. Abgesehen davon gibt es noch viele Projekte, die ich gerne ansto\u00dfen bzw. weiter voranbringen m\u00f6chte. Aber das werde ich auch ohne Auszeit angehen, da ich nicht auf eine Fee warten will, die m\u00f6glicherweise nie kommen wird. \ud83d\ude09<\/p>\n<p><em><strong>BOSANOVA-Redaktion:<\/strong> <\/em>Ganz herzlichen Dank f\u00fcr das Interview, Frau von M\u00f6ller und viel Erfolg bei all Ihrem Engagement und Ihren Vorhaben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span class=\"rt-reading-time\" style=\"display: block;\"><span class=\"rt-label rt-prefix\">Lesezeit: <\/span> <span class=\"rt-time\">7<\/span> <span class=\"rt-label rt-postfix\">Minuten<\/span><\/span> In unserer Interviewreihe stellen wir Kooperationspartner und Menschen aus unserem Netzwerk vor, die mit uns die Welle machen. 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